Zweiter Bauer betritt Börsenparkett
23. Juni 2010 | Bauer | Börse | KTG Agrar | Tonkens | Gerrit Tonkens Feedback schreiben
Bauer an der Börse
Nach KTG Agrar geht jetzt Tonkens an die Börse. Die Anleger sollen mit Biogas, Hähnchenmast und geschälten Kartoffeln überzeugt werden. Vorstandschef Gerrit Tonkens gründete den Betrieb 1991 und wandelte ihn dieses Jahr in eine Aktiengesellschaft um.
Der Betrieb bewirtschaftet etwa 3 000 Hektar in Sachsen-Anhalt und konzentriert sich hauptsächlich auf die Kartoffel- und Milchproduktion. Tonkens produziert pro Jahr 40.000 Tonnen Kartoffeln auf 750 Hektar Anbaufläche und sieben Millionen Liter Milch. Doch Tonkens unterscheidet zu herkömmlichen Bauern, dass er seine Kartoffeln geschält an seine Großhändler liefert. Für ein Kilogramm geschälte Kartoffeln bekommt Tonkens 50 Cent. Ungeschält dagegen liegt der Preis bei nur zwölf Cent. Und 20 Cent wendet Tonkens für das Schälen auf. “Das bringt einen entscheidenden Mehrwert”, sagte der Vorstandschef.
Der Börsenbauer plant einen Hähnchenmastbetrieb mit insgesamt 600.000 Mastplätzen in der Nähe von Magdeburg zu errichten. Eine Bürgerinitiative Vorort kündigte bereits massiven Widerstand an. Tonkens sieht für die Widerständler keine Aussicht auf Erfolg, denn man werde sich ganz klar an die gesetzlichen Vorschriften halten. Für die Weiterverwertung der Abfälle aus der Kartoffel will Tonkens eine eigene Biogasanlage bauen. Die zwei Anlagen mit je 500 Kilowatt sind bereits genehmigt. Vorgesehen sind insgesamt vier Anlagen. Mit der gewonnenen Wärme will der Betrieb den Mastbereich beheizen und Strom ins Netz einspeisen. Unterstützt wird der Börsengang von der Investmentbank Silvia Quandt. Ende Juni könnte bereits die Zeichnungsfrist starten. Mindestens eine Woche lang sollen dann die Anteilscheine zur Zeichnung angeboten werden. (Bild: Petra E./aboutpixel.de)
Weitere Informationen: Bauer, Börse, Gerrit Tonkens, KTG Agrar, TonkensInteressante Meldungen zum aktuellen Thema
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