Wall Street – Google führt Tech Rallye an
19. Oktober 2010 | Google | S&P 500 | Gold | Dollar | Rohöl Feedback schreibenDer S&P 500 stieg diese Woche um 1 %auf 1.176,19. Der Dow Jones Industrial Average verlor 0,3 % auf 11.062,78. Der Nasdaq Composite Index notierte um 1,4 % stärker bei 2.468,77.
U.S. Aktiennotierten stärker, sodass der Anstieg des Standard & Poor’s 500 Index seit zwei Wochen ungebrochen bleibt. Google Inc. und Seagate Technology Plc waren die treibende Kraft für eine Rallye der Technologiepapiere, die dazu beitrug, den Niedergang der Bankaktien und einen unerwarteten Rückgang des Verbrauchervertrauens auszugleichen.
Google stieg sprunghaft um 11 %, nachdem die Erträge die Analystenschätzungen übertroffen hatten. Seagatestieg gar um 22 %, da Private-Equity-Firmen Interesse an einem Kauf des weltweit größten Herstellers von Festplattenlaufwerken in Computern gezeigt hatten. JPMorgan Chase & Co. verlor 4.1% und die Bank of America Corp. rutschte auf den tiefsten Stand seit 15 Monaten während die Finanzwerte die Liste der Verluste im S&P 500 anführten. General Electric Co. ging 5 % zurück, nachdem der Geschäftsbericht einen hinter den Schätzungen zurückbleibenden Ertrag bekannt gegeben hatte.
Bernanke stimmt für mehr Maßnahmen der Fed
Der Vorsitzende der amerikanischen Zentralbank Federal Reserve, Ben Bernanke, plädierte dafür, die Zentralbank solle neue Maßnahmen zur Förderung des Wirtschaftswachstums ergreifen. Er argumentierte, die Inflation bleibe vermutlich unterhalb dem Ziel der Fed in Höhe von 2 % und die Wirtschaft wachse zu langsam um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen.
Die Lebenshaltungskosten in den USA stiegen im September weniger stark als prognostiziert und deuten somit darauf hin, dass die eingeschränkte private Nachfrage das Anheben von Preisen durch die Unternehmen erschwert. Der Verbraucherpreisindex stieg um 0,1 %, nachdem er in den vergangenen beiden Monaten um 0,3 % gestiegen war – dies zeigten heute, nachdem Bernankes Anmerkungen veröffentlicht waren, Zahlen aus dem US-Arbeitsministerium.
Europäischer Markt – Europäische Aktien einen Tick stärker
Europäische Aktien schlossen am Freitag weitgehend stärker, Aber die Gewinne, die nach einer Rede des Chefs der US-Notenbank, Ben Bernanke, erzielt worden waren, gingen gleich wieder zurück. In der Rede sagte Mr. Bernanke, er sehe Gründe für weitere vorsichtige Lockerungsmaßnahmen. In Kombination mit einer Flut von Daten zu Einzelhandelsumsätzen, Industrie- und Verbraucherpreisen führte diese Aussage für einen zeitweiligen Aufschwung bei US-Aktien.
Dieser war jedoch nur von kurzer Dauer, denn die Anleger erfuhren von Mr. Bernankes Aussagen hinsichtlich der Schwierigkeiten bei der Festlegung von Details zum Vorgehen bei zusätzlichen Käufen.
Der Stoxx Europe 600 Index stieg um 0,1 % oder 0,15 Punkte und schloss bei 265,83. Von den anderen europäischen Indizes fiel der britische FTSE 100 Index um 0,4 % und schloss bei 5.703,37, der französische CAC 40 Index stieg um 0,2 % und schloss bei 3.827,37 und der deutsche DAX 30 Index schloss um 0,6 % höher bei 6.492,30. Eine der größten Kursbewegungen verzeichnete Carrefour: der Wert fiel in Paris um 4 %, nachdem das Unternehmen am Donnerstagabend weitere Verluste im Geschäftsbereich Brasilien angekündigt hatte. Reuters gab bekannt, Barclays arbeite an einem neuen Kapitalinstrument, dass die Einhaltung strengerer Kapitalforderungen ermögliche, ohne mehr Liquidität von den Anteilseignern zu benötigen. Technologieaktien notierten stärker, nachdem Advanced Micro Devices und Google nach US-Börsenschluss am Donnerstag Ergebnisse präsentiert hatten, die positiv aufgenommen wurden.
Forex – Dollar in der fünften Woche schwächer
Der Dollar notierte nun schon in der fünften aufeinander folgenden Woche schwächer gegenüber dem Euro, ähnlich der Verlustserie bis Dezember 2008, denn die Händler spekulierten, die Federal Reserve werde die Geldpolitik weiter lockern und so den Greenback entwerten. Die US-Währung fiel diese Woche gegenüber dem Yen auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren und sank vor dem Fed-Bericht zu regionalen Volkswirtschaften gegenüber dem australischen und dem kanadischen Dollar auf Parität. Asiatische Währungen stiegen gegenüber dem Dollar, da Singapur die schnellere Währungsaufwertung suchte und sich aus Versuchen zurückzog, Gewinne einzudämmen.
Der Dollar fiel um 0,3 % auf 1,3977 US$ je Euro und rutschte um 0,6 % auf 81,45 Yen (gegenüber 81,93 in der vergangenen Woche). Der Euro fiel gegenüber dem Yen um 0,3 %, von 114,19 auf 113,88.
Der Dollar-Index, der das Verhältnis des Greenback zu anderen Währungen wie dem Euro, dem Yen und dem britischen Pfund abbildet, fiel um 0,4 % auf 77,041, nachdem er gestern sogar kurz die 76,144-Marke, und damit das niedrigste Niveau seit 11. Dezember, erreicht hatte.
Der Richtwert des Greenback fiel seit dem 21. September um 4,2 %. Damals gab die Fed in einem Statement nach der Strategietagung bekannt, sie sei bereit, “bei Bedarf größeres Entgegenkommen” zu zeigen, um den Aufschwung zu stützen.
Rohstoffe – Öl fällt und Gold tendiert leicht schwächer
Rohöl-Futures kamen ins Trudeln und näherten sich einem Preis von 81 US$/Barrel, als der Dollar wieder anstieg und die Aktienpreise fielen. Rohöl der Sorte “light sweet” mit Liefertermin im November schloss an der New York Mercantile Echange um 1,44 US$ oder 1,7 % schwächer bei 81,25 US$/Barrel und war zwischendurch bis auf 80,75 US$/Barrel gesunken. Die Ölpreise tendierte am Freitagmorgen meist uneinheitlich, denn Dollar und Aktienmärkte bewegten sich volatil. Rohöl fiel während der gesamten Handelszeit, denn der Dollar erholte sich von einem neuen Achtmonatstief.
Gold-Futures tendierten schwächer, nachdem die Einzelhandelsumsätze höher als erwartet ausgefallen waren und Aussagen seitens der Federal Reserve Fragen hinsichtlich des Volumens für steuerliche Anreize aufwarfen, die die US-Märkte von ihrer Zentralbank erwarten. Der am meisten gehandelte Goldkontrakt, mit Liefertermin Dezember, fiel um 5,60 US$ oder 0,4 % und schloss an der Comex-Abteilung der New York Mercantile Exchange bei 1.372 US$ je Feinunze.
Weitere Informationen: Dollar, Gold, Google, Rohöl, S&P 500Interessante Meldungen zum aktuellen Thema
Der Dollar setzte seinen ungebrochenen Rückgang gegenüber mehreren Währungen – auch dem Euro und dem Yen – nun schon im zweiten Monat fort, denn es wurden Spekulationen laut, die Fed werde ihre quantitativen Lockerungsmaßnahmen verstärken. Enttäuschende wirtschaftliche Kennzahlen am Freitag verstärkten die Ansicht, dass die Federal Reserve bald Maßnahmen zur Stimulierung der dümpelnden US-Wirtschaft ergreifen
Die Rallye am US-Aktienmarkt ging in die fünfte Woche und brachte den Dow Jones Industrial Average auf den höchsten Stand seit der Zeit vor der Insolvenz der Lehman Brothers Holdings Inc. 2008. Auslöser waren ein 600 Mrd. US$ Anleihen-Ankaufsplan der Federal Reserve zur Förderung des Wachstums und ein Anstieg der Beschäftigtenzahlen, der die Prognosen übertraf.
Europäische Aktien fielen erstmals seit vier Wochen, denn es kamen Bedenken auf, dass die Konjunkturmaßnahmen der Zentralbank nicht ausreichen könnten, um den wirtschaftlichen Aufschwung zu stützen. Bankwerte verzeichneten die höchsten Verluste seit vier Wochen, nachdem die UBS AG überraschend einen Verlust im Investmentbankinggeschäft gemeldet hatte. Bankwerte verzeichneten die schlechteste Entwicklung von 19 Industriezweigen im Stoxx
In Erwartung der Gespräche über Handelsziele beim G20-Treffen notierte der Dollar erstmals seit sechs Wochen stärker. Zum Ende der vergangenen Woche verzeichnete der Dollar erstmals seit sechs Wochen einen Anstieg gegenüber dem Euro, denn die Finanzminister der G20-Staaten diskutierten ein US-Vorhaben, durch Setzen von Zielen für unausgeglichene Leistungsbilanzen Spannung aus den Währungskursen zu nehmen.
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