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G20 erreichte keinen Konsens – Euro fällt

17. November 2010 | Euro | Dollar | Aktien | Rohstoffe | Optionen Feedback schreiben

Die USA forderten China auf, den Yuan vor Präsident Hu Jintaos Reise nach Washington im Januar steigen zu lassen und setzten so ein Ultimatum für Ergebnisse, nachdem die Gruppe der 20 Staatschefs sich nicht auf eine allgemeine Vereinbarung über Währungen einigen konnte. Der Druck der USA auf schnelles Handeln kommt einen Tag nachdem Präsident Barack Obama seine Kritik an Chinas Politik verstärkt und den Yuan beim G20-Gipfel in Seoul als “unterbewertet” bezeichnet hatte.

Die Staatslenker konnte sich nicht auf Maßnahmen zur Behebung des wirtschaftlichen Ungleichgewichts einigen, dass den weltweiten Aufschwung behindert, denn sie stritten sich, ob die chinesische oder die amerikanische Politik mehr Schuld daran habe. Laut einer beim Gipfel in Seoul herausgegebenen gemeinsamen Erklärung werden die Finanzminister der Gruppe nächstes Jahr an “indikativen Richtlinien” arbeiten, die große wirtschaftliche Ungleichgewichte und Maßnahmen zu deren Ausgleich ermitteln sollen.

Der Yuan ging auf 6,6370 je Dollar zurück. Die Währung stieg in den vergangenen fünf Tagen, also in der zweiten Woche in Folge, um 0,3 %. Der Euro verzeichnete gegenüber dem Dollar den größten Einbruch seit drei Monaten als Bedenken wieder aufflammten, die so genannten peripheren Euroländer hätten Schwierigkeiten, ihre Anleiheneigner auszuzahlen. Der Euro ging im größten Abschwung seit 13. August gegen Ende der Woche um 2,4 % auf 1,3691 US$ Dollar zurück. Der Yen stieg um 0,9 % auf 113.02 je Euro (gegenüber 114,03 am 5. November).

US-Aktien fallen; größter Wochenverlust des S&P 500 seit 3 Monaten

Der S&P 500 verlor 2,2 % auf 1.199,21 Punkte und beendete damit seine fünfwöchige Rallye. Der Dow ging um 251,50 Punkte oder 2,2 % auf 11.192,58 Punkte zurück. US-Aktien gaben nach und verursachten den stärksten Rückgang des Standard & Poor’s 500 Index seit drei Monaten. Die Bedenken hinsichtlich der Schuldenkrise in Europa wurden lauter, ebenso Vermutungen, China werde die Zinsen stark anheben. Darüber hinaus blieb die Gewinnschätzung von Cisco Systems hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Alcoa Inc., Hewlett-Packard Co. und JPMorgan Chase & Co. führten die Verlustliste im Dow Jones Industrial Average an. Cisco, der weltgrößte Hersteller von Computernetzwerkausrüstungen, brach um 17 % ein wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Der MSCI World Index verzeichnete den dritten Wochenverlust innerhalb eines Monats und der Euro fiel gegenüber dem Dollar auf den tiefsten Stand seit sechs Wochen während die Finanzminister Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens sich am Rande des G20-Treffens zu Gesprächen über die irische Schuldenkrise trafen. Der Richtwert für Industriestaaten ging gestern um 0,9 % zurück, während Spekulationen laut wurden, China werde die Leitzinsen anheben.

Die Technologieaktien im S&P 500 fielen um 3,2 % nach Ciscos Ankündigung, der Ertrag im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs werde zwischen 10,1 Mrd. US$ und 10,3 Mrd. US$ betragen. Bleiben diverse Kosten unberücksichtigt, wird der Gewinn höchstens 35 Cents pro Aktie betragen. Die Analysten hatten im Durchschnitt einen Umsatz von 11,1 Mrd. US$ und einen Gewinn von 42 Cents prognostiziert.

Europäische Aktien fallen – Angst vor Inflation in China

Europäische Aktien verzeichneten den stärksten Wochenverlust seit sechs Wochen während Bedenken wieder aufflammten, einige der am meisten verschuldeten europäischen Nationen könnten Schwierigkeiten bei der Verringerung ihrer Haushaltsdefizite haben. Banken gingen ebenfalls zurück und die Extrarendite, die Anleger dafür verlangen, dass sie ihre irischen und portugiesischen Staatsanleihen nicht gegen deutsche Bundesschatzbriefe eintauschen, stieg auf Rekordniveau.

der Stoxxx Europe 600 Index ging im heftigsten Einbruch seit dem 1. Oktober in der vergangenen Woche um 0,7 % auf 270,18 Punkte zurück. Der Richtwert war in den fünf Tagen zuvor um 2,3 % gestiegen und hatte ein Sechsmonatshoch erreicht, nachdem die U.S. Federal Reserve eine neue Runde Anleihenkäufe zur Stärkung der größten Volkswirtschaft der Welt angekündigt hatte; eine Taktik, die als “quantitative Lockerung” bezeichnet wird.

Die nationalen Richtwerte gingen in allen 18 westeuropäischen Märkten mit Ausnahme von Norwegen und Dänemark zurück. Der britische FTSE 100 fiel um 1,3 % und der französische CAC 40 Index ging um 2,2 % zurück. Spaniens IBEX 35 notierte um 1,9 % schwächer, der portugiesische PSI-20 sank um 2 % und der irische ISEQ ging um 1 % zurück.

Irische Risikoprämie- Die Risikoprämien, die Anleger verlangen wenn sie irische und portugiesische Staatsanleihen statt deutscher Bundesschatzbriefe halten, stiegen in der vergangenen Woche sprunghaft auf Allzeithöchststände, währen sich Spanien dem Rekordwert der Euro-Ära vom Juni näherte. Der irische Finanzminister Brian Lenihan sagte, es sei für Irland “sinnlos”, Hilfe zu beantragen, da das Land bis Mitte 2011 über eine ausreichende Finanzausstattung verfüge.

Rohstoffe gingen stark zurück

Rohstoffe gingen so stark zurück wie seit 18 Monaten nicht mehr, da spekuliert wurde, China werde die Finanzierungskosten anheben um die Inflation einzudämmen und so die Nachfrage nach Agrarprodukten, Metallen und Energie stark verringern. China ist der weltgrößte Verbraucher vieler Rohstoffe und die Verbraucherpreise im Land stiegen im vergangenen Monat bis über den höchsten Stand seit zwei Jahren. Am 9. November erreichten Rohstoffe den höchsten Wert seit 25 Monaten als Gold auf Rekordniveau schnellte.

“Die Anleger haben nach der jüngsten Rohstoff-Rallye Gewinne mitgenommen”, erklärten die Analysten bei der Standard Chartered Bank in Shanghai. “Das Gerücht, China werde die Zinsen anheben, trug ebenfalls zu den allgemeinen Panikverkäufen bei.”

Kupfer verzeichnete in New York den stärksten Rückgang seit vier Monaten und fiel in London von einem Rekordhoch. China ist der größte Verbraucher. Gold- Futures gingen so stark zurück wie seit vier Monaten nicht mehr und schlossen in New York bei 1.365,50 US$ je Unze. Am 9. November erreichte der Preis einen Rekordwert von 1.424,30 US$. Rohöl verzeichnete den stärksten Preisrückgang seit drei Wochen. China ist der größte Energieverbraucher der Welt. “Alles was auf eine langsamer wachsende chinesische Wirtschaft hindeutet wird sich vermutlich auf die Schätzungen für den Ölpreis niederschlagen”, meinte Adam Sieminski, der leitende Volkswirtschaftler für den Energiesektor der Deutschen Bank AG in Washington. “Dies deutet auch auf vorsichtig positive Ausblicke für die Zukunft der Ölpreise im Jahr 2011 hin.”

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