250 Milliarden Hilfspaket für Spanien
17. Juni 2010 | Spanien | Euro | Hilfspaket | Europa | Krise Feedback schreiben
Bankenkrise in Spanien
Bereits am Dienstag sammelte Spanien bei Anlegern fünf Milliarden Euro ein. Angeblich bereiten jetzt EU, IWF und die USA eine 250 Milliarden Nothilfe vor. Die EU-Kommission jedoch dementierte scharf dieses Gerücht. Der Euro stürzte am Mittwochmorgen dennoch ab. Ein Anstieg des Zinsabstandes zwischen deutschen und spanischen Staatsanleihen ist ebenfalls zu beobachten.
Die spanische Zeitung “El Economista” streute dieses Gerücht und verunsicherte so die Devisenmärkte. Laut einem Bericht des Blattes sei der Rettungsplan auf einer Sondersitzung des IWF-Rates besprochen worden. Als “sehr bizarr” bezeichnete ein Sprecher der EU-Kommission den Artikel der Zeitung. Nachdem es Spanien gelang zwei Anleihen bei Investoren abzuladen, stieg damit auch deutlich der Risikoaufschlag. Spanien ist somit das Land im Euroraum, das den zweithöchsten Zins nach Griechenland zahlen muss. Eine große Nachfrage an diesen Anleihen bestand nicht, denn mit 5,2 Milliarden Euro Emissionsvolumen liegt Spanien am unteren Ende der angestrebten Spanne. Ursprünglich waren sechs Milliarden Euro veranschlagt.
Am Donnerstag werden Anleihen mit bis zu 30-jähriger Laufzeit ausgegeben. Zwei bis 3,5 Milliarden Euro sollen somit dem Staat zufließen. Es wird sich zeigen, ob genügend Vertrauen der Anleger vorhanden ist, dass Spanien seine Schulden in Zukunft weiter tilgen kann. Viele Investoren spekulieren bereits, dass Spanien bald Hilfen aus dem 750-Milliarden- Rettungspaket beantragen könnte. Das spanische Wirtschaftsministerium wies derartige Gerüchte entschieden zurück. Die Zweifel bleiben groß, denn die Spanier haben mit hohen Refinanzierungskosten für seine Anleihen zu kämpfen. Spanien ist zwar nicht in einer so ernsten Lage wie Griechenland, ein Staatsbankrott wäre aber weit verheerender als die Pleite Griechenlands. (Bild: Konstantin Gastmann/aboutpixel.de)
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